
Die Praxis
von Hans Höpfner, Clara LangeKomödie,
8 Minuten
In einer koreanischen Kirche in Deutschland wird die Familie von Ji-In vor eine lebensverändernde Entscheidung gestellt.
Länge: 21 Minuten
Genre: Drama
Es ist ein angespannter Sonntagmorgen in einer koreanischen Kirche in Berlin. Die 13-jährige Ji-In beobachtet besorgt, wie die Gemeinde über die Wiederwahl ihres Vaters als Pastor abstimmt – eine Entscheidung, die darüber entscheiden wird, ob ihre Familie weiterhin in Deutschland leben wird. Ji-In fühlt sich isoliert und unsicher und lernt Su-Jin kennen, eine 28-jährige koreanische internationale Studentin. Su-Jin teilt mit Ji-In ihre Erfahrungen aus der Kindheit und ermutigt sie dazu, an sich selbst zu glauben. Verzweifelt will Ji-In das Schicksal ihrer Familie beeinflussen und geht zur Wahl. Doch sie wird zurückgewiesen, weil sie als Erwachsene noch nicht getauft ist. In einem kühnen Akt des Trotzes schnappt sie sich den Wahlkasten und flieht aus der Kirche. Sie rennt durch ihre Stadt, die sie nun mit neuer Klarheit sieht. Als Ji-in eine Brücke über einen Fluss erreicht, trifft sie eine befreiende Entscheidung. Sie wirft die Box ins Wasser und nimmt damit symbolisch ihr Schicksal in die eigenen Hände.
Regiekommentar
Die intensivsten Gefühle in meiner Kindheit waren Sorge und Unsicherheit. Im Film erlebt die Hauptfigur Ji-In, die meine Gefühle spiegelt, den Prozess der Wiederwahl ihres Pastorenvaters mit. Von dieser Wahl hängt ab, wo Ji-In in den nächsten Jahren leben wird – es geht für sie nicht mehr nur darum, weiterhin in die Kirche zu gehen. Es ist eine traumatische Erfahrung, zu sehen, welche Ablehnung ihr Vater und damit auch sie erfährt, wo die Gemeinde doch eigentlich wie eine Familie für sie war. In dieser Geschichte geht es nicht nur um eine Tochter eines Pastors oder Missionars. Es geht um Solidarität mit Mädchen, die nicht über ihre Ängste und Sorgen sprechen können.
Datum: am 12.06.26 um 16:00 Uhr
Location: Regina Kino St. Ingbert
Stabliste
Regie: Johee Oh
Produktion: Jungoh Film, ZOLA Filme, Pina Beres, Hanhee Oh
Cast: Hannah Yumin Cho, Yeji Cho, Hyungeun Moon, Gyungran Park, Yusun Jung, Juhyun Kim, Lisa Lekutat
Drehbuch: Johee Oh
Bildgestaltung: Philip Müller
Szenenbild: Josefin Kwon
Sounddesign: Lukas Zeeh
Maske: Anan Tan
Kostüm: Anan Tan
Edit: Tobias Kirschner
Musik: Sung Hye Kim
Biographie
Johee Oh wurde am 23. Februar 1998 in Gwangmyeong, Korea, geboren. Aufgrund des Jobs ihrer Eltern – Missionaren, wuchs sie in verschiedenen Kulturkreisen auf, darunter Korea, Vietnam und Deutschland. Sie schloss ihren BA-Abschluss in Media Art & Design mit dem Schwerpunkt Film im Jahr 2022 an der Hochschule der Bildenden Künste Saar ab. Derzeit studiert sie ihren Master in Media Art & Design an der HBKsaar. 2023 schrieb und inszenierte Johee Oh ihren Debütfilm “Die barmherzige Samariterin”, der den Publikumspreis beim 40. Busan International Short Film Festival gewann. Johee Oh konzentriert sich in ihren Filmen besonders auf die Themen Diaspora, soziale Integration und Identität.

von Hans Höpfner, Clara LangeKomödie,
8 Minuten

von Johannes KüchlerKomödie,
16 Minuten

von Anna NiebertDrama, 8 Minuten