Leise gehst du vor mir her

Ein Vater besucht seinen Sohn: In einer schlaflosen Großstadtnacht kreisen sie umeinander – zwei Erwachsene, die versuchen, sich jenseits alter Rollen neu zu begegnen.

Länge: 16 Minuten
Genre: Drama

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Luc wird zum ersten Mal von seinem Vater in der eigenen Wohnung besucht. Die einst Vertrauten sind sich in ihren neuen Rollen fremd: der Sohn als Versorger, der Vater als Gast. Zwei Leben, die nicht mehr durch Alltäglichkeit verwoben sind, sondern vielmehr eigenständig weiter verlaufen. Sie tasten sich vor – einvernehmlich unbeholfen.
In kleinen Gesten und verschämter Neugier offenbaren sich Zuneigung und Spannung zugleich. Nicht durch einen Konflikt, sondern durch das unausweichliche Erwachsenwerden – und die damit verbundene, notwendige Entfremdung des Vertrauten. Wie zwei Planeten, die einander umkreisen: voneinander zehrend und doch jeder für sich.

Regiekommentar

Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Elternhaus ist eine universelle Herausforderung und ein lebenslanger Prozess. Etwas, das mich selbst beschäftigt und in dem ich mich mit meinen Geschwistern und Eltern beobachte. Mich interessieren diese feinen Zwischentöne der Rollenveränderung: die zarte Annäherung, die kleinen Missverständnisse, die Gesten und Versuche. Der Sohn in der Reflexion über die geteilte Fehlbarkeit: Er gewinnt Abstand, um seinen Vater ganz sehen zu können. Dieser wiederum sucht Nähe – jenseits seiner einst versorgenden Rolle. Es geht um einvernehmliche Missverständnisse. Licht, Raum und Geräusche tragen die feine Spannung dieser Nacht. Am Ende sehen wir keine großen Gesten oder eine harmonische Auflösung, sondern ein leises gegenseitiges Verstehen. Einen Blick, der andeutet, dass neue Rollen – im Vergangenen verwurzelt – möglich sind, wenn man bereit ist, das Fremde im Vertrauten zuzulassen.

Pressematerial
Bildnachweis Filmstills:
Bildnachweis Regiefoto:
Die Bilder und Texte dürfen im Rahmen der Berichterstattung über das Festival kostenfrei verwendet werden.
Sprachlos

Datum: am 13.06.2026 um 16:00 Uhr
Location: Kinowerkstatt St. Ingbert

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Stabliste

Regie: Janick Entremont
Produktion: Altay Taylan, Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF
Cast: Elias Maria Burckhardt, Jörg Thieme
Drehbuch: Gesine Fehr, Janick Entremont
Bildgestaltung: Clara Marnette
Szenenbild: Maximilian Arthur Adler
Sounddesign: Oskar Knickelbein
Kostüm: Saskia Gottschalk, Ellen Gürgen
Edit: Maksim Mau
Musik: Christa Abels

Was ich anderen Filmschaffenden gerne mitgeben würde:


Biographie

Geboren 1998 in Österreich. Fotografiestudium an der Ostkreuzschule in Berlin, Abschluss 2023 in der Klasse von Ina Schoenenburg. Seit 2023 Regiestudium an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf. Nebenbei arbeitet er als Assistent für das Kunstpaar Ute Mahler und Werner Mahler.

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Altersfreigabe: ab 0 Jahren
Triggerwarnung: keine

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