Beyond the Bushes
Länge: Kurzfilm
Genre: Drama/Action
Projektstatus: ausgearbeitetes Konzept
Die vietnamesischen Kinder SA TẾ und CÀ RI spielen mit LED-Spielzeugschleudern auf einem verlassenen Platz. Dort finden sie einen koreanischen Brief, zwei Goldringe und ein Bündel Geld. Als sie rätseln, in welcher Sprache der Brief geschrieben ist, entreißt Sang-rok ihnen hastig seine Sachen.
Später telefoniert Sang-rok mit dem Broker, der die Flucht seiner Familie organisiert. Das Geld wird noch am selben Abend benötigt.
Er beschließt, seine einzigen wertvollen Besitztümer zu verkaufen: zwei Goldringe. Doch im Juwelierladen darf er seine Herkunft nicht preisgeben. Der Schmuckhändler lehnt den Kauf ab.
Auf der Suche nach einer Lösung, trotz aller Gefahr, landet Sang-rok schließlich in einer Hahnenkampf-Arena in Ho-Chi-Minh-Stadt. In der heißen, lärmenden Menge setzt er alles auf Hahn Nummer 1. Es ist eine verzweifelte Alles-oder-Nichts-Entscheidung und der Moment, in dem Sang-rok hofft, dem Avici (無間地獄) zu entkommen.
Writer’s Note
Im Leben hört Schmerz nie ganz auf. Oft führen Entscheidungen für ein besseres Leben zu neuen Schwierigkeiten. Dennoch entscheiden wir weiter, erfahren Schmerz und leben irgendwie weiter.
Ich wurde oft gefragt, ob ich Nordkoreaner:innen getroffen habe. Darauf folgen meist Gerüchte: angebliche Begegnungen, Fluchten, Kinder von Funktionären. Diese Geschichten werden oft als Smalltalk konsumiert. Ich wollte sie weder als Klatsch behandeln noch ignorieren.
Als jemand, der auf demselben Boden geboren wurde möchte ich ihr Leben und ihre Gefühle sichtbar machen.
In schweren Momenten verschwimmt der Wunsch weiterzuleben. Doch ich erinnere mich: Die Realität ist kein Avici, sondern das echte Leben. Und deshalb glaube ich, dass ich diesen Schmerz überwinden kann.
Pressematerial
Datum: am 13.06.26 um 13:00 Uhr
Location: Festivallounge in der Stadthalle St. Ingbert
Als asiatische Regisseurin, die in verschiedenen Ländern aufgewachsen ist, habe ich die Komplexität von Migration und wechselnden Identitäten selbst erlebt. Diese Erfahrungen prägen meine Arbeit. Ich möchte andere Filmschaffende ermutigen, ihren eigenen Blick ernst zu nehmen und Geschichten zu erzählen, die aus ihren persönlichen Erfahrungen entstehen. Gerade Perspektiven, die lange übersehen wurden, können das Kino bereichern. Vielfalt entsteht, wenn wir den Mut haben, unsere eigenen Stimmen hörbar zu machen und einander zuzuhören.
Biographie
Johee Oh wurde am 23. Februar 1998 in Gwangmyeong, Korea, geboren. Aufgrund des Jobs ihrer Eltern – Missionaren, wuchs sie in verschiedenen Kulturkreisen auf, darunter Korea, Vietnam und Deutschland. Derzeit studiert sie ihren Meister in Media Art & Design an der HBKsaar. 2011 war sie am Animations- und Grafikteil des Dokumentarfilms “Die Kundin” beteiligt, der unter der Regie von Camilo Berstecher Barrero entstand und für das DOK.fest München nominiert wurde. 2023 schrieb und inszenierte Johee Oh ihren Debütfilm “Die barmherzige Samariterin”, der den Publikumspreis beim 40. Busan International Short Film Festival gewann. Johee Oh konzentriert sich in ihren Filmen besonders auf die Themen Diaspora, soziale Integration und Identität.


