Bundesfestival junger Film

Mascarpone

Jonas Riemer

Der verträumte Filmvorführer Francis wird durch einen Unfall in die Welt des skrupellosen Gangsters Mascarpone gerissen.

Länge: 14 Minuten
Genre: Komödie

Der verträumte Filmvorführer Francis lebt in seiner eigenen kleinen Welt inmitten einer Papp-Metropole. Als er eines Abends mit seinem kleinen Auto auf dem Weg nach Hause ist und von der Filmdiva Vivien träumt, kommt es zu einem verhängnisvollen Autounfall. Francis rammt das Auto des berüchtigten Gangsterbosses Mascarpone. Dieser nimmt Francis geliebtes Hündchen Farfalle als Geisel und zwingt so Francis Komplize bei einem Bankraub zu werden. Als der Coup schiefgeht und die Bankräuber verhaftet werden, sieht Francis nur eine Möglichkeit: Er schnappt sich die Beute und flieht. Von der halben Stadt verfolgt, macht er sich auf den Weg zu Vivien, um ihr seine Liebe zu gestehen. Diese fällt ihm erstaunlicherweise sofort in die Arme. Als die Beiden vor ihren Verfolgern über die Feuertreppe fliehen, stürzt die Filmdiva in die Tiefe. Erschüttert vom Verlust seiner Geliebten, schießt Francis wild um sich, bevor er das Bewusstsein verliert…

 

Regiekommentar

Mascarpone ist eine Gangsterfilm-Hommage, die das Publikum in einem 14-minütigen Kurzfilm auf eine rasante und vielschichtige Achterbahnfahrt mitnimmt. Im Mittelpunkt des Geschehens steht der verträumte Filmvorführer Francis, der sich tagtäglich in der fantastischen Welt der Kinofilme verliert. Er wird aus seinem Alltag gerissen, als er versehentlich das Auto des berüchtigten Gangsterbosses Mascarpone rammt. Wie aus heiterem Himmel findet er sich in einem waschechten Gangsterfilm wieder, aus dem es kein Entkommen gibt.

Thema des Films ist das Träumen und Eintauchen in eine andere Welt, in der jeder zum Helden werden kann. Die Story orientiert sich am klassischen Kriminalfilm mit den bekannten Schurken, Cops und einer bezaubernden Filmdiva. Sie wird durch skurrile und moderne Elemente ergänzt. Die Figur des Filmvorführers ermöglicht es viele Filmzitate zu verwenden und erzeugt so eine Selbstreflexion des Mediums, die dem Zuschauer ständig vor Augen führt, dass er nur einen Film sieht. Die Inszenierung und die Charakterzeichnung sind überspitzt und spielen wie der gesamte Film mit Klischees, die dem Genre einen Spiegel vorhalten.

Der Charme des Kurzfilms liegt in seiner unverwechselbaren, handgemachten Papp-Ästhetik. MASCARPONE ist ein Visual Effects-, Animations- und Realfilm, der die Zuschauer hinter die Kulissen blicken lässt, um die Filmtricks zu enthüllen. Um dies zu ermöglichen, wurde das gesamte Szenenbild aus Pappe gebaut. Eine komplette Modellstadt, ganze Räume mit Möbeln, Requisiten und sogar drei lebensgroße Autos wurden aus Karton gebaut. Pappe ist dafür ein großartiges Material, da es leicht zu bearbeiten ist und durch seine Optik, Wiedererkennung und Einheitlichkeit schafft. Dieser Hybridfilm ist ein Potpourri aus verschiedenen Techniken: Cut Out Animationen, Stop Motion, Green Screen Aufnahmen, 3D Animationen, Pixilation, Marionetten und klassische Filmtricks vereinen sich zu einem großen Ganzen. Mit sehr simplen Mitteln werden große Effekte erzeugt und ein einzigartiger Look geschaffen.

Die Vision von Mascarpone ist es, ein experimentelles Filmprojekt zu kreieren, bei dem die Grenzen des Möglichen durchbrochen werden und das Medium Film quasi ausgereizt wird. Von Anfang an galt es, den vielen talentierten Teammitgliedern die Freiheit und das Vertrauen zu schenken, sich kreativ entfalten zu können. So konnten alle Departments, wie Drehbuch, Kamera, Szenografie, Maske, Kostüm, Schnitt, Visuelle Effekte, Sound und Musik über sich hinauswachsen und innovative Wege beschreiten. An diesem, für einen Studentenfilm, ungewöhnlich großen Projekt, haben über drei Jahre mehr als 150 kreative Köpfe mitgewirkt.

Als Regisseur von Mascarpone bin ich sehr dankbar und stolz auf unsere inspirierende Reise voll Kreativität und Innovation. Ohne externe Förderung und fast ohne Budget haben wir mit großer Leidenschaft versucht einen Mini-Blockbuster zu erschaffen. Mascarpone ist nicht nur eine Hommage an die Zeit der Gangsterfilme, sondern auch eine Liebeserklärung ans Kino und eine Ode ans Filmemachen selbst.

Aufbruch in neue Welten
Datum: 01.06.19 um 20:0
Location: Open-Air Kino St. Ingbert


Eintritt:
Tagespass

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Stabliste

Regie: Jonas Riemer
Cast: Yannick Fischer, Cornalia Ivancan, Jörg Moukaddam
Produktion: Johannes Schubert
Drehbuch: Katharina Russ, Johannes Rothe
Bildgestaltung: Jana Pape
Sound: Nico Voss
Ausstattung: Jenny Sonnenschein, Max Schönborn
Editing: Holger Bück, Martin Herold, Jonas Riemer
Musik: Robert Pilgram

Biographie

Jonas Riemer wurde 1990 in der Nähe Berlins geboren und studierte an der Filmuniversität Babelsberg. Seit seiner Jugend experimentiert er in seiner Arbeit mit den Grenzen des Möglichen und vereint Elemente des Real-, VFX- und Animationsfilms. Mascarpone ist sein erster Kurzfilm als Regisseur.

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