Ein kleiner Schnitt

Um nicht am Galgen zu enden, muss ein schamhafter jüdischer Finanzdirektor seinen temperamentvollen Herzog zu einer Beschneidung bewegen.

Länge: 8 Minuten
Genre: Komödie
No

1749 ist der kluge, aber verklemmte Finanzdirektor Israel Rubenstein reichlich überfordert, als die bezaubernde und manipulative Herzogin Sophie verlangt, dass er mit ihrem Mann über dessen eheliche Pflichten sprechen soll. Der stolze jugendliche Herzog Wilhelm hat eine heftige Vorhautverengung, die den Geschlechtsakt sehr schmerzhaft macht und ihn vom politisch wichtigen Vollzug seiner Ehe abhält. Eine Beschneidung würde das Problem beheben, aber bisher hat es niemand gewagt, dem cholerischen Herzog diesen unangenehmen Vorschlag zu unterbreiten. Sophie zwingt nun Rubenstein dazu, da sie den Juden für einen Experten in der Angelegenheit hält. Der nervöse Finanzdirektor und das temperamentvolle herzogliche Paar treffen sich zu einer heiklen Tasse Tee und das peinliche Thema erhitzt schnell die Gemüter. Rubenstein muss über sich selbst und die strenge Hof-Etikette hinauswachsen, um die herzogliche Ehe und seinen eigenen Hals zu retten.

Regiekommentar

Wir alle leben mit Vorurteilen. Manchmal bemerken wir sie nicht, manchmal gestehen wir sie uns nicht ein und manchmal eifern wir ihnen fälschlicherweise nach. Der Film möchte genau diesen Vorurteilen gegenüber Männlichkeit, Antisemitismus oder dem Bild der Frau mit Humor begegnen. Die Epoche spricht dabei für sich, besitzt ein sehr prägnantes Erscheinungsbild auf visueller als auch sprachlicher Ebene. Damit steht sie mit ihren alten, verstaubten Merkmalen auf gewisse Art und Weise auch für die veralteten Denkmuster. Was haben ein Eclair, eine Pistole und eine Vorhautverengung gemeinsam? Eigentlich nicht viel… wenn man jedoch genauer hinguckt, vielleicht ja schon.

Pressematerial
Bildnachweis Filmstills:
Marleen Valien/Teilnehmer·in Bundesfestival junger Film
Bildnachweis Regiefoto:
Die Bilder und Texte dürfen im Rahmen der Berichterstattung über das Festival kostenfrei verwendet werden.
Wir und die anderen

Datum: am 06.08.21 um 18:00 Uhr
Location: Open-Air Kino St. Ingbert


Eintritt:
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Stabliste

Regie: Marleen Valien
Cast: Josephine Thiesen, Konrad Singer, Louis Hofmann
Produktion: Charlotte Vande Vyvre, Franziska Gärtner
Drehbuch: Mathis van den Berg
Bildgestaltung: Max Rauer
Sound: Johann Meis, Julian Berg
Ausstattung: Janina Velhorn, Lara Scherpinski
Editing: Vreni Sarnes
Musik: Jonas Vogler
Ein Mensch, der immer an uns geglaubt hat: Gabi Doschka

Biographie

Marleen Valien absolvierte einen Bachelor in Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Universität der Künste in Berlin und besuchte während des Studiums die Kunstklasse von Professor Ai Weiwei. Seit 2017 studiert sie Regie im Bereich Werbefilm an der Filmakademie Baden-Württemberg. Ihr Kurzfilm „HOT DOG“ lief 2019 unter anderem auf dem Sundance Film Festival, dem Filmfestival Max Ophüls Preis und dem Internationalen Filmfestival Clermont-Ferrand 2020.

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