Je te vois macht auf die Macht des Blickes aufmerksam und bricht die heteronormativen Sehgewohnheiten des Patriarchats.

Länge: 4 Minuten
Genre: Musikvideo

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Der Film zeigt eine Utopie jenseits von gesellschaftlichen Tabus, sozialen Konstrukten und dem postkolonialen, weißen, patriarchal geprägten Schönheitsideal.
In dieser Utopie trifft man auf die Charaktere: Der Ursprung der Erde, Venus, Vanity, die drei Grazien und Maria. Diese sind in verschiedenen Bildaufbauten zu sehen, die an alte Gemälde erinnern. Das Zusammenspiel von Kamera und Charakter hat die tragende Rolle. Die Charaktere sind zunächst alle passiv, sodass man als betrachtende Person aktiv eine voyeuristische Perspektive einnimmt. Zunächst findet nur eine Interaktion zwischen Kamera und der inszenierten Person als Objekt statt. Ab dem Moment, in dem die Charaktere aktiv werden, nehmen sie sich ihren Platz in der Interaktion als gleichwertiges Subjekt. Dies hält dem Publikum einen Spiegel vor, es verbleibt nicht bei einem unbeobachteten Betrachten. Eine Art Selbstermächtigung findet statt.

Regiekommentar

In der Utopie von je te vois wird das Patriarchale nicht ausgeklammert. Es bekommt allerdings nicht den sichtbaren Raum, den es außerhalb der Utopie hat. In Form des visuellen, ästhetischen und kompositorischen Codes des männlichen Blickes findet es einen Platz in der Utopie. Diesen Code entnahm ich aus Gemälden der hohen Kunst, die den männlichen Blick repräsentieren. Die Motive haben eine voyeuristische Tendenz; zudem ist die abgebildete Person häufig in einer passiven Rolle zu finden. Allerdings wird dieser Code nicht mit den normativen Inhalten des Patriarchats besetzt. Er wird neu “codiert”. Ich übernahm den Bildaufbau von den Kompositionen und besetzte ihn nicht mit den weißen heteronormativen cis-männlichen Inhalten, sondern inszenierte ihn aus der Perspektive des weiblichen Blicks.

Pressematerial
Bildnachweis Filmstills:
Bildnachweis Regiefoto:
Die Bilder und Texte dürfen im Rahmen der Berichterstattung über das Festival kostenfrei verwendet werden.
Der Musikvideowettbewerb

Datum: am 03.06.22 um 22:00 Uhr
Location: Open-Air Kino St. Ingbert


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Stabliste

Regie: Magalie Herter-Courbon
Produktion: Magalie Herter-Courbon, Isabell Schäuble, Patrick Schroll, Laura Schüssel, Paul Dittmann, Lea Hopfenmüller, Bora Güter
Cast: Helena, Sophia Sigloch, Sade Kaingu, Don Hoang, Konrad Oertel, Pablo Knötgen, Lillet Lube
Drehbuch: Magalie Herter-Courbon
Maske: Lea Hopfenmüller
Kostüm: Magalie Herter-Courbon, Lea Hopfenmüller
Edit: Magalie Herter-Courbon, Bora Güler
Musik: Molina
Jemand, der immer an euch geglaubt hat: Rogge

Was ich anderen Filmschaffenden gerne mitgeben würde:


Ich möchte vor allem Frauen und Non-Binäre dazu ermutigen, sich zu trauen, Film zu machen. Auch wenn die Branche männerdominiert und einschüchternd ist. We can do it! Wir können die Perspektiven ändern, Blicke sensibilisieren, vorhandene Strukturen und Stereotypen aufbrechen und uns vernetzen.

Biographie

Magalie Herter-Courbon ist in Baden-Württemberg aufgewachsen und nach ihrem Schulabschluss nach Würzburg gezogen, um Sonderpädagogik zu studieren. Nach 6 Semestern brach sie das Studium ab, um Kommunikationsdesign zu studieren. Die Leidenschaft für Bewegtes Bild entdeckte sie früh, sie jedoch auszuleben, traute sie sich erst gegen Ende des Studiums.

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Altersfreigabe: ab 0 Jahren
Triggerwarnung: keine

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